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Energy Sharing in Deutschland

Energy Sharing: Voraussetzungen, Kosten und Chancen für Eigentümer

Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, kennt die Situation: An sonnigen Tagen produziert die Anlage oft mehr Strom, als im eigenen Haushalt verbraucht werden kann. Die Waschmaschine läuft bereits, der Batteriespeicher ist geladen und auch das Elektroauto steht nicht immer zum Laden bereit.

Doch was passiert mit dem überschüssigen Solarstrom? Bisher blieb häufig nur die Einspeisung ins öffentliche Netz. Mit dem neuen Konzept des Energy Sharing könnte sich das künftig ändern. Eigentümer einer Photovoltaik-Anlage sollen ihren selbst erzeugten Strom einfacher mit anderen teilen können.

Das wirft derzeit viele Fragen auf:
Kann ich Strom an meinen Nachbarn verkaufen? Darf ich Solarstrom verschenken? Welche Voraussetzungen gelten für Energy Sharing in Deutschland? Welche Kosten entstehen? Und wie kann ich meine Immobilie dafür vorbereiten? In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Energy Sharing funktioniert, welche technischen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein müssen und warum Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Smart Meter dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Was ist Energy Sharing und wie funktioniert es?

Energy Sharing bedeutet, dass Strom aus erneuerbaren Energien gemeinschaftlich genutzt wird. Der Strom stammt beispielsweise aus einer Photovoltaikanlage auf einem Wohnhaus, Mehrfamilienhaus oder Gewerbegebäude und wird innerhalb einer Energiegemeinschaft mehreren Teilnehmern zur Verfügung gestellt.

Wie funktioniert Energy Sharing

Im Unterschied zum klassischen Eigenverbrauch wird der erzeugte Strom also nicht ausschließlich im eigenen Gebäude genutzt.

Vereinfacht funktioniert Energy Sharing in vier Schritten:

  1. Eine Photovoltaikanlage erzeugt Solarstrom.
  2. Ein Teil des Stroms wird direkt vor Ort verbraucht.
  3. Überschüssige Energie wird anderen Teilnehmern einer Energiegemeinschaft zugeordnet.
  4. Die Verteilung erfolgt über das öffentliche Stromnetz.

Energy Sharing Deutschland: Was sagt das aktuelle Gesetz?

Mit dem neuen § 42c des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) wurde erstmals eine gesetzliche Grundlage für Energy Sharing in Deutschland geschaffen.

Ziel des Gesetzes ist es, Bürgerinnen und Bürgern die gemeinschaftliche Nutzung von erneuerbaren Energien zu erleichtern und lokale Energiegemeinschaften zu stärken.

Für Eigentümer bedeutet das:

  • Energy Sharing wird grundsätzlich ermöglicht.
  • Die Stromlieferung erfolgt über das öffentliche Netz.
  • Erzeugung und Verbrauch müssen gemessen werden.
  • Die Strommengen müssen korrekt zugeordnet werden.
  • Für Zeiten ohne Solarstrom bleibt weiterhin ein Stromlieferant notwendig.

Das Gesetz schafft damit den Rahmen für neue Modelle der lokalen Energieversorgung.

Kann ich Strom an meinen Nachbarn verkaufen?

Diese Frage gehört zu den häufigsten Fragen rund um Photovoltaik und Energy Sharing.
Die Antwort lautet:

Ja, grundsätzlich wird das künftig möglich sein.

Allerdings handelt es sich dabei nicht um einen direkten Stromaustausch über ein privates Kabel zwischen zwei Häusern.
Der Strom wird über das öffentliche Stromnetz transportiert. Deshalb müssen Erzeugung, Verbrauch und Abrechnung nachvollziehbar dokumentiert werden.
Wer Strom an Nachbarn verkaufen möchte, benötigt in der Regel:

  • eine geeignete Photovoltaikanlage
  • entsprechende Messtechnik
  • vertragliche Regelungen
  • eine energiewirtschaftliche Abwicklung

Energy Sharing schafft dafür erstmals einen rechtlichen Rahmen.

Energy Sharing Kann ich Strom an meinen Nachbarn verkaufen

Kann ich PV-Strom an Nachbarn verschenken?

Grundsätzlich kann Solarstrom auch unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Viele Eigentümer denken dabei zunächst an Familienmitglieder, Freunde oder direkte Nachbarn. In der Praxis gelten jedoch weiterhin technische und energiewirtschaftliche Anforderungen. Auch wenn für den Strom selbst kein Entgelt verlangt wird, müssen Stromflüsse erfasst, Netzstrukturen berücksichtigt und die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Deshalb bedeutet „verschenken“ nicht automatisch, dass keinerlei Kosten oder organisatorischer Aufwand entstehen.

Strom an Nachbarn verkaufen: Fallen Netzentgelte an?

Ein häufiges Missverständnis besteht darin, dass lokal erzeugter Strom keine Netzkosten verursachen würde. Tatsächlich wird beim Energy Sharing jedoch das öffentliche Stromnetz genutzt. Deshalb können weiterhin verschiedene Preisbestandteile anfallen, etwa Netzentgelte, Messkosten, energiewirtschaftliche Umlagen sowie Kosten für die Abwicklung. Für Eigentümer ist daher wichtig zu wissen: Energy Sharing ersetzt das Stromnetz nicht, sondern nutzt die bestehende Infrastruktur intelligenter und effizienter.

Strom an Nachbarn verkaufen: Welche Steuern müssen Eigentümer beachten?

Wer regelmäßig Strom verkauft und daraus Einnahmen erzielt, sollte sich frühzeitig mit den steuerlichen Auswirkungen beschäftigen. Wie Energy Sharing steuerlich behandelt wird, hängt unter anderem von der Größe der Photovoltaikanlage, den Eigentumsverhältnissen, der Höhe der erzielten Einnahmen sowie der individuellen steuerlichen Situation ab. Da die Regelungen komplex sein können und sich zudem ändern, empfiehlt es sich, die persönlichen Gegebenheiten frühzeitig mit einem Steuerberater abzustimmen.

Energy Sharing Voraussetzungen: Was wird technisch benötigt?

Damit Energy Sharing erfolgreich funktioniert, müssen mehrere technische Bausteine zusammenspielen.

Energy Sharing Photovoltaik

Die Grundlage jeder Energiegemeinschaft ist die eigene Stromerzeugung. Deshalb sollte eine Photovoltaikanlage nicht nur auf den heutigen Strombedarf ausgelegt werden, sondern auch zukünftige Anforderungen berücksichtigen.

Wer heute vorausschauend plant, schafft die Grundlage für ein flexibles, wirtschaftliches und zukunftssicheres Energiesystem.

Energy Sharing Batteriespeicher

Solarstrom wird überwiegend tagsüber erzeugt.

Der höchste Stromverbrauch findet jedoch häufig morgens und abends statt.

Ein Batteriespeicher kann diese zeitliche Lücke schließen und den Eigenverbrauch erhöhen.

Darüber hinaus steigert er die Flexibilität des gesamten Energiesystems. Je besser Strom gespeichert und zeitversetzt genutzt werden kann, desto effizienter lässt sich lokal erzeugte Energie einsetzen.

Energy Sharing Smart Meter

Ohne präzise Messdaten ist Energy Sharing nicht möglich. Smart Meter erfassen:

  • Stromerzeugung
  • Stromverbrauch
  • Einspeisung
  • Bezugsstrom

Dadurch entsteht die notwendige Transparenz für eine faire Zuordnung der Strommengen. Smart Meter werden deshalb eine zentrale Rolle bei zukünftigen Energy-Sharing-Modellen spielen.

Energy Sharing Energiemanagement

Neben der Messung gewinnt auch die Steuerung zunehmend an Bedeutung. Moderne Energiemanagementsysteme vernetzen:

Dadurch kann der Eigenverbrauch optimiert und die Nutzung erneuerbarer Energien verbessert werden.

Was kostet Energy Sharing?

Die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab.

Dazu gehören unter anderem:

  • vorhandene Messtechnik
  • notwendige Smart Meter
  • Abrechnungsdienstleister
  • Größe der Energiegemeinschaft
  • organisatorischer Aufwand

Pauschale Aussagen sind daher kaum möglich.

Fest steht jedoch: Je besser die technische Infrastruktur vorbereitet ist, desto einfacher lassen sich zukünftige Modelle integrieren.

Schon gewusst Energy Sharing

Energy Sharing macht eine Photovoltaikanlage nicht automatisch rentabler. Es eröffnet Eigentümern jedoch eine zusätzliche Möglichkeit, überschüssigen Solarstrom sinnvoll zu nutzen. Während bislang meist nur der Eigenverbrauch oder die Einspeisung ins öffentliche Netz infrage kamen, kann künftig die gemeinschaftliche Nutzung innerhalb einer Energiegemeinschaft als dritte Option hinzukommen. Dadurch steigt die Flexibilität bei der Nutzung und Vermarktung des selbst erzeugten Solarstroms. Ob sich Energy Sharing wirtschaftlich lohnt, hängt jedoch von den individuellen Rahmenbedingungen, der technischen Ausstattung und den zukünftigen gesetzlichen sowie wirtschaftlichen Entwicklungen ab.

So können Eigentümer sich heute auf Energy Sharing vorbereiten

Auch wenn viele Prozesse derzeit noch im Aufbau sind, können Eigentümer bereits heute wichtige Weichen stellen.

Planen Sie Ihre Photovoltaikanlage nicht nur für den heutigen Bedarf. Denken Sie an zukünftige Verbraucher und Erweiterungsmöglichkeiten.

Ein realistisches Verbrauchsprofil ist die Grundlage jeder wirtschaftlichen Planung.

Batteriespeicher erhöhen die Flexibilität und verbessern die Nutzung des selbst erzeugten Stroms.

Digitale Messtechnik wird künftig eine zentrale Voraussetzung für viele Energiedienstleistungen sein.

Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe, Wallbox und Energiemanagement sollten nicht isoliert betrachtet werden.

Warum eine gute Planung heute wichtiger ist als perfekte Prognosen

Unser Fazit

Niemand kann heute mit Sicherheit sagen, wie sich Energy Sharing in den nächsten Jahren entwickeln wird. Sicher ist jedoch: Die Energiewelt wird zunehmend vernetzter, digitaler und flexibler.

Deshalb kommt es nicht darauf an, jede zukünftige Entwicklung vorherzusagen. Entscheidend ist vielmehr, die richtigen Voraussetzungen zu schaffen.

Genau hier beginnt die Aufgabe eines erfahrenen Fachbetriebs.

Bei der Gebrüder Queitsch GmbH aus Moers betrachten wir Photovoltaikanlagen nicht als Einzelprodukt, sondern als Bestandteil eines intelligenten Energiesystems. Bereits heute planen wir Photovoltaik, Batteriespeicher, Smart Meter, Wallboxen, Wärmepumpen und Energiemanagementsysteme so, dass sie optimal zusammenspielen und zukünftige Erweiterungen berücksichtigen können.

Denn eine gute PV-Anlage sollte nicht nur den heutigen Strombedarf decken. Sie sollte auch die Anforderungen von morgen mitdenken.

Wer seine Immobilie langfristig auf eine nachhaltige und wirtschaftliche Energieversorgung ausrichten möchte, profitiert von einer ganzheitlichen Planung, die Technik, Wirtschaftlichkeit und zukünftige Entwicklungen gleichermaßen berücksichtigt.

Häufig gestellte Fragen zu Energy Sharing

Ist Energy Sharing in Deutschland erlaubt?

Ja. Mit dem § 42c Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) wurde erstmals eine gesetzliche Grundlage für Energy Sharing in Deutschland geschaffen. Ziel ist es, die gemeinschaftliche Nutzung erneuerbarer Energien zu erleichtern und lokale Energiegemeinschaften zu fördern.

Kann ich Strom an meinen Nachbarn verkaufen?

Grundsätzlich ja. Künftig soll es einfacher werden, überschüssigen Solarstrom an Nachbarn oder andere Mitglieder einer Energiegemeinschaft weiterzugeben. Dabei gelten jedoch technische, vertragliche und energiewirtschaftliche Anforderungen, da die Stromlieferung über das öffentliche Netz erfolgt.

Brauche ich für Energy Sharing einen Vertrag?

Ja. Damit Strommengen korrekt zugeordnet und abgerechnet werden können, sind vertragliche Regelungen erforderlich. Diese legen unter anderem fest, wer Strom liefert, wer Strom bezieht und wie die Abrechnung erfolgt.

Welche Voraussetzungen müssen für Energy Sharing erfüllt sein?

Zu den wichtigsten Voraussetzungen gehören eine Photovoltaikanlage, geeignete Messtechnik wie Smart Meter, ein passendes Zählerkonzept sowie die energiewirtschaftliche Abwicklung der Stromlieferung. Häufig kommen zusätzlich Energiemanagementsysteme und Batteriespeicher zum Einsatz.

Brauche ich einen Smart Meter für Energy Sharing?

In den meisten Fällen ja. Smart Meter erfassen Stromerzeugung, Verbrauch und Einspeisung präzise und bilden die Grundlage für eine faire und transparente Zuordnung der Strommengen.

Fallen beim Energy Sharing Netzentgelte an?

Ja. Da der Strom über das öffentliche Stromnetz transportiert wird, können weiterhin Netzentgelte und weitere Preisbestandteile anfallen. Energy Sharing bedeutet nicht, dass das Stromnetz umgangen wird.

Was kostet Energy Sharing?

Die Kosten hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem die vorhandene Messtechnik, notwendige Smart Meter, die Abrechnung sowie die Größe der Energiegemeinschaft. Pauschale Aussagen sind deshalb kaum möglich.

Lohnt sich Energy Sharing für Eigentümer?

Energy Sharing kann zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten für überschüssigen Solarstrom schaffen. Ob sich das wirtschaftlich lohnt, hängt von der Größe der Photovoltaikanlage, dem Stromverbrauch, den technischen Voraussetzungen und den jeweiligen Rahmenbedingungen ab.

Kann ich meine bestehende PV-Anlage für Energy Sharing nutzen?

Viele bestehende Photovoltaikanlagen können grundsätzlich in zukünftige Energy-Sharing-Konzepte eingebunden werden. Ob Anpassungen an Messtechnik, Zählerkonzept oder Energiemanagement erforderlich sind, hängt von der jeweiligen Anlage ab.

Welche Vorteile bietet Energy Sharing?

Energy Sharing kann dazu beitragen, lokal erzeugten Solarstrom besser zu nutzen, Energiegemeinschaften zu stärken und erneuerbare Energien effizienter einzusetzen. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für Eigentümer, überschüssigen Solarstrom sinnvoll zu verwenden.

Wie kann ich meine Immobilie auf Energy Sharing vorbereiten?

Wer heute eine Photovoltaikanlage plant oder modernisiert, sollte Photovoltaik, Batteriespeicher, Smart Meter und Energiemanagement als Gesamtsystem betrachten. Eine zukunftsorientierte Planung schafft die Voraussetzungen für eine flexible und nachhaltige Energieversorgung.

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